● GPU Fehlerdiagnose
Bunte Streifen, Pixelfehler oder verzerrte Texturen? Artefakte sind ein typisches Zeichen für einen VRAM-Defekt. Wir erklären, wann Software hilft – und wann nur noch eine Chip-Level Reparatur die Karte rettet.
Kurz erklärt: GPU-Artefakte sind visuelle Fehler auf dem Bildschirm, die durch fehlerhafte Daten aus dem Videospeicher (VRAM) oder der GPU entstehen. Sie äußern sich als bunte Streifen, zufällige Pixel, flimmernde Flächen, schwarze oder weiße Blöcke, oder komplett verzerrte Texturen in Spielen. Artefakte sind eines der zuverlässigsten Anzeichen dafür, dass der VRAM einer Grafikkarte defekt ist.
Nicht jedes Artefakt bedeutet sofort einen Hardware-Defekt. Die entscheidende Frage ist, wann und wo die Artefakte auftreten.
Treten die Fehler nur in einem bestimmten Spiel auf, liegt es vermutlich nicht an der Hardware. Mögliche Ursachen: Grafik-Bug im Spiel, veralteter Treiber oder zu aggressive Übertaktung. Treiber-Update installieren und Übertaktung zurücksetzen (MSI Afterburner, EVGA Precision). Wenn das Problem nur in einem Titel auftritt, ist es fast sicher Software-bedingt.
Wenn Artefakte in verschiedenen Spielen oder bei GPU-Benchmarks (FurMark, Unigine Heaven) auftreten, wird es ernst. Mögliche Ursachen: Überhitzung, verschlissene Wärmeleitpaste, zu hohe Übertaktung oder ein beginnender VRAM-Defekt. Schritt 1: Temperaturen prüfen (GPU-Z, HWiNFO64) – liegt die GPU über 90°C oder der VRAM über 100°C unter Last, ist Überhitzung die wahrscheinliche Ursache. Wärmeleitpaste und -pads erneuern kann helfen.
Das ist das klarste Signal für einen Hardware-Defekt. Wenn schon im BIOS-Screen oder auf dem Windows-Desktop Artefakte sichtbar sind – ohne Last, ohne Spiel – ist fast sicher ein VRAM-Chip defekt. Hier hilft keine Software mehr.
Faustregel: Artefakte nur unter Last → zuerst Temperatur und Treiber prüfen. Artefakte ohne Last (Desktop, BIOS) → Hardware-Defekt, Reparatur nötig.
Der VRAM (Video Random Access Memory) ist der Arbeitsspeicher der Grafikkarte. Moderne GPUs haben 8, 12, 16 oder 24 GB VRAM, verteilt auf mehrere Speicherchips auf der Platine. Wenn einer dieser Chips ausfällt, liefert er fehlerhafte Daten – und das sehen Sie als Artefakte auf dem Bildschirm.
Thermische Belastung: GDDR6X-Speicher (RTX 3080, 3090, 4070 Ti aufwärts) arbeitet bei Temperaturen über 90°C. Bei schlechter Kühlung oder verbrauchten Wärmeleitpads können einzelne Chips dauerhaft geschädigt werden.
Fertigungsstreuung: Nicht alle Speicherchips sind gleich robust. In seltenen Fällen fällt ein Chip vorzeitig aus – unabhängig von der Nutzung. Besonders bei frühen Produktionschargen einer neuen GPU-Generation.
Überspannung: Stromspitzen oder Blitzschlag können einzelne Speicherchips beschädigen, ohne dass die restliche Karte betroffen ist.
Bei PCB-WERKE identifizieren wir den defekten Speicherchip durch gezielte Diagnose und tauschen ihn aus. Das ist deutlich günstiger als die gesamte Karte zu ersetzen, und die Karte funktioniert anschließend wieder vollständig. Wir verwenden hochwertige Ersatz-Speicherchips und testen die Karte nach der Reparatur mit mehrstündigen Stresstests.
Bevor Sie die Karte einschicken, können Sie diese Schritte versuchen:
1. Treiber neu installieren: DDU (Display Driver Uninstaller) im abgesicherten Modus ausführen, dann den neuesten NVIDIA-Treiber frisch installieren.
2. Übertaktung zurücksetzen: Falls Sie den GPU-Takt, Speichertakt oder die Spannung verändert haben – alles auf Standard zurücksetzen.
3. Wärmeleitpaste und -pads erneuern: Bei Karten die älter als 2 Jahre sind und unter Last sehr heiß werden (GPU >90°C, VRAM >100°C) kann ein Wechsel der Wärmeleitpaste und der Pads helfen. Achtung: Garantie beachten.
4. Undervolting/Untertaktung: Über MSI Afterburner den Speichertakt um 200–500 MHz senken. Verschwinden die Artefakte, ist der VRAM grenzwertig und wird bald ganz ausfallen. Untertaktung ist nur eine Notlösung.
Wenn keiner dieser Schritte hilft oder die Artefakte bereits auf dem Desktop sichtbar sind, ist eine professionelle Reparatur der nächste Schritt.
Diagnose: 50 € (wird bei Reparatur angerechnet)
VRAM-Austausch RTX 3000: ab 120 €
VRAM-Austausch RTX 4000: ab 150 €
VRAM-Austausch RTX 5000: ab 170 €
Preis hängt von der Anzahl defekter Chips ab. 6 Monate Gewährleistung auf alle Reparaturen.
Mehr Details zu den einzelnen Serien: RTX 3000 Reparatur · RTX 4000 Reparatur · RTX 5000 Reparatur